Montag, 24. November 2008

Nachlese zum Barcamp Hamburg 2008 bei OTTO - BcHH08


Das vergangene Wochenende war sehr anregend - ich war mit ca. 400 anderen Teilnehmern beim 2. Hamburger Barcamp, das diesmal bei OTTO stattfand.
Das (kostenlose) Barcamp war eine anregende und motivierende Veranstaltung, bei der man viele Freunde und Bekannte wiedertreffen und mit Netzbekanntschaften auch mal „unplugged" reden konnte.
Das Engagement der Organisatoren und Teilnehmer war hoch, was zu anspruchsvollen Sessions und Diskussionen führte. Aber auch die Rahmenbedingungen waren sehr gut - passende Location, professionelle Organisation und anspruchsvolle Vollverpflegung, die OTTO und die anderen Sponsoren ermöglichten. Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung, die viele (kostenpflichtige) Konferenzen etc. in den Schatten stellte.
Am Samstag und am Sonntag gab es ein abwechslungsreiches Programm mit insgesamt rd. 80 Sessions (alle Themen in der Übersicht für Samstag und Sonntag). Inkl. Diskussion dauerten die Sessions meistens eine Stunde, so dass es danach schnell zur nächsten Session ging. Kaum noch Zeit zwischendurch einen Kaffee zu trinken.
Hier einige der besonderen Highlights für mich:

Internationalisierung von Webseiten
In dieser Session hat Christian (von Gruner + Jahr) am Beispiel von Eltern.de aufgezeigt, welche Probleme bei einem internationalen Roll-Out auftreten können und wie man diese lösen kann. Ich hoffe die lehrreichen Charts werden noch online gestellt.

China 2.0
Oliver (Gründer von mixxt und Autor vom WebWorkBlogger) hat eine spannende Session zu den Entwicklungen und Unterschieden im chinesischen Internet gehalten. Die Charts dazu gibt es hier. Hintergrundinformationen zu dem Thema findet man auch in seinem Blog.

Zukunft des Bloggens
In weiteren spannenden Session hat Jan (von T3N / yeebase und Autor von UPLOAD) in einem etwas zu kleinen Raum über die Zukunft des Bloggens diskutiert. Seine Thesen zur Anregung der Diskussion:

  • Twitter und Friendfeed lösen Blogs ab
  • Video schlägt Text
  • Blogs zerbrechen an ihrer Professionalisierung
  • Blogs bleiben ein Nischenthema
  • Blogs sind nichts für die breite Masse

Mehr zu den Thesen hier und zur Session auf dem Barcamp z. B. von Nicole bei antischokke und von Kixka bei Kixkalogic.

Semantic Weblog
Am Sonntag gab es u.a. eine Reihe anregender Sessions, die sich damit beschäftigt haben, wie sich Informationen besser ordnen, aggregieren oder vernetzen lassen.

Die erste Session war von Ben (von der Zeit und Autor von anmut und demut) zum Thema „Semantic Weblog". Hier ging es darum, wie man durch eine Ontologie (mehr im Sinne von Folksonomy) Bloggen und Enzyklopädien verbinden kann. Ein Beispiel für die Umsetzung findet man bei konnexus.net. Auch die Diskussion in dieser Session war sehr anregend und hat u.a. durch Beiträge von Konstantin von konnexus.net, Klaus von Qimaya und Frank von Rivva inspiriert. Bin schon gespannt, wie Qimaya wird und wie sich Rivva weiterentwickelt. Weitere Infos zum Semantic Weblog bei anmut und demut.

Last.fm für News
Weiter ging es mit dem Thema „Last.fm für News" von Alexander und Florian (beide von OTTO und Autoren von Kassenzone). Hier skizzierten die beiden die Idee eines Portals, das mir als User anhand der von mir gelesenen News oder Blogbeiträge neue Artikel vorschlägt. Dabei sollen mit einer ähnlichen Technologie wie bei Last.fm Vorschläge für weitere interessante News generiert werden. Auch hier wieder spannende Diskussionen - z.T. mit den Teilnehmern der vorherigen Session. Weitere Infos zum Thema bei Kassenzone.

Blog Evolution
Zum Schluss dieser „Reihe" eine zweite Session von Ben - diesmal zum Thema „Blog Evolution". Hier ging es um die Frage, wie ein Blogartikel mit jedem Aufruf „weiterleben" kann. Jedes Mal wenn ein Artikel aufgerufen wird, wird die ganze Rechenleistung nur darauf verwendet, den Artikel aus der Datenbank auszulesen und in HTML zu rendern. Dabei ließe sich doch etwas spannenderes mit dem Artikel machen. Hierzu hat Ben einige interessante Ansätze in die wieder lebhafte Diskussion eingebracht. Mehr zu dem Thema bei anmut und demut.

Fazit
Die Qualität des Barcamps hat meine Erwartungen deutlich übertroffen. Ein großes Dankeschön an alle Organisatoren, Sponsoren, Session-Moderatoren und an alle anderen Teilnehmer.

Mittwoch, 19. November 2008

Studienergebnisse: Mit Produktbewertungen Umsätze erhöhen und Retouren senken

Angeregt durch den Artikel "Retourenquote durch Produktbewertungen senken" von Handelskraft, habe ich mal selbst nach Studien geschaut, welche die Auswirkungen von Produktbewertungen in konkreten Zahlen zeigen.

Viele Untersuchungen findet man bei Bazaarvoice und weitere bei PowerReviews sowie auch bei den Ergebnissen der ACTA 2008.

Alle Studienergebnisse zeigen, dass Produktbewertungen eine wichtige Rolle beim (Online-) Einkauf spielen und für jeden Onlineshop unverzichtbar sind.

Hier einige beeindruckende Beispiele:

  • Bei PETCO, einem führenden amerikanischen Händler für Haustierbedarf, haben Produkte ohne Produktbewertungen eine 20,4% höhere Retourenquote, als Produkte mit Produktbewertungen (Quelle).
  • Durch die Einbindung der Produktbewertungen in die Navigation bei PETCO in Form einer "Top Rated Products"-Kategorie war die Conversion Rate der dort gelisteten Artikel um 49% höher, als die der gleichen Artikel in den "normalen" Shopkategorien.
  • Mit der Einbindung der Produktbewertungen in Suchergebnisse und Produktlisten durch "Sort by Rating" wurden die Umsätze pro unique visit um 41% gesteigert (Quelle).
  • Bei Zales, einem führenden amerikanischen Händler für Uhren und Schmuck, haben sich die Online-Umsätze der Produkte mit multidimensionalen Produktbewertungen um 39% gesteigert. Hier die Auswirkungen der Produktbewertungen auf die Conversion Rate (Quelle):

  • Bei figleaves UK, einem der großen Onlineshops für Wäsche, wurde durch multidimensionale Produktbewertungen die Conversion Rate um rd. 35% erhöht (Quelle).
  • Office Depot hat mit den bestbewerteten Produkten eine Werbekampagne gemacht und dafür auch Begriffe aus den Bewertungen als Keywords genutzt. Damit wurden deutliche Steigerungen bei Click-Through Rate (78,5%), Conversion Rate (23,8%), Umsätzen (196,6%) und Neukunden (183,3%) erzielt (Quelle).
  • Golfsmith hat durch Einbindung der Produktbewertungen in Suchergebnisse und Produktlisten durch "Sort by Rating" um 34% höhere Umsätze bei Usern erzielt, die diese Option genutzt haben (Quelle).
  • NetShops hat in einer empirischen Studie mit der University of Nebraska at Omaha ermittelt, dass sich die Umsätze durch multidimensionale Produktbewertungen um 26% gesteigert haben (Quelle).
  • Brookstone hat den user generated content der Produktbewertungen genutzt um das SEO Marketing zu verbessern. Durch die long-tail keywords und weitere Verbesserungen konnte der "organic search results traffic" und der durchschnittliche Warenkorb um jeweils rd. 33% gesteigert werden (Quelle).

Fazit
Mit der Einführung von (multidimensionalen) Produktbewertungen und deren konsequenten Nutzung - z.B. in der Navigation - können Onlineshops ihre Gewinne signifikant steigern. Traffic, Anzahl der Neukunden, Conversion Rate, Höhe des Warenkorbs und damit Umsätze können deutlich gesteigert werden, während gleichzeitig Retourenquoten gesenkt werden können.

Was gute multidimensionale Produktbewertungen kennzeichnet, habe ich bereits in einem Beitrag vor 4 Wochen beschrieben: "Mit multidimensionalen Produktbewertungen beim Kunden punkten und Retouren senken".

P.S.:

Auch für diesen Blog werde ich jetzt Bewertungen ausprobieren und schauen, welche Auswirkungen diese haben. Allerdings habe ich für Blogs kein Tool für multidimensionale Bewertungen gefunden. Am Ende jedes Artikels können die Leser jetzt den Artikel bewerten. Die Ergebnisse werden oben in der rechten Sidebar für die Navigation genutzt. Unter "Top" findet man die 5 Artikel mit den besten Bewertungen und unter "Hot" die 5 aktivsten Artikel (anhand der Anzahl von Bewertungen/Zeit). Dieses interessante, kostenlose Feature kann man von JS-Kit einbinden. Ratings und Navigator lassen sich sehr einfach einbinden und customizen.

Freitag, 14. November 2008

Goodbye Fashmatch - eine innovative Idee scheitert

Fashmatch wurde in 2006 gegründet und war eins der innovativsten Social Shopping Start-Ups im Bereich Fashion.

Bei FashMatch standen Kombinationen von Kleidungsstücken, die sogenannten "Matches" des Users im Vordergrund. D.h. der User konnte ein Oberteil mit einem Unterteil, Schuhen und einem Accessoire kombinieren, sehen, wie diese Teile zusammen passen und sich diesen "Match" von anderen Usern bewerten lassen. Mithilfe dieser usergenerierten Matches konnte man sich bei Fashmatch auch nur ein Oberteil auswählen und sich dann die passenden anderen Teile der Garderobe anzeigen lassen. Weiter hatte FashMatch interessante Filter - so konnte man z.B. Kleidung für "Meet the parents" auswählen. Insgesamt war es ein sehr innovatives Konzept.

Die Gründe für das Scheitern von Fashmatch nennt der Gründer Jonathan Gheller in dem Beitrag "What we learned from Fashmatch" in seinem Blog "thoughts on information overload":

  1. Fine tuning versus exploring new grounds
  2. Lack of patience
  3. To get US funding, you need to be in the US
  4. More likely than not, you need more than one founder, or an early employee that complements you strategically
Die Details dazu in seinem Blogartikel.