Dienstag, 11. September 2018

In eigener Sache: Adieu Beratung

Inzwischen war ich über 15 Jahre in E-Commerce-Strategieberatungen tätig (in meiner eigenen Beratung, bei DiligenZ, bei dgroup und zuletzt bei Accenture).
Strategieentwicklung und -beratung; agile Produktentwicklung und Interimsmanagement bei Launches / Relaunches; Entwicklung und Bewertung von Geschäftsmodellen; Due Diligence für M&A / Private Equity sowie die Bewertung und Entwicklung von komplexen Geschäftsmodellen waren dort die Schwerpunkte meiner Arbeit. 

Soweit so gut. Ich konnte meine Expertise einbringen und weiterhin viel Lernen. Ich hatte die Gelegenheit für spannende Kunden zu arbeiten und dabei mit vielen exzellenten Agenturen, Entwicklern etc. zusammenzuarbeiten. Das hat vor allem oft auch viel Spaß gemacht.
Doch in der letzten Zeit wurde der Spaß weniger - die Arbeit in einem großen Beratungskonzern liegt mir mittlerweile nicht mehr.

Insofern habe ich mich entschlossen jetzt weiter zu ziehen und mich wieder stärker meinen Ambitionen und meiner Passion zu widmen.

Weniger beraten und mehr machen! Derzeit als Investor, Business Angel und Sparringspartner.
Meine Passion gilt der Fashion - natürlich weiterhin vor allem online.

Mittwoch, 1. Februar 2017

In eigener Sache: Ecommerce und Multichannel-Handel bei diligenZ

Jetzt komme ich endlich mal wieder dazu im Blog zu schreiben und möchte als Erstes über eine Veränderung in eigener Sache berichten.

Nachdem ich etwas über sechs Jahre Strategieberatung für Unternehmen als freier Berater gemacht habe, habe ich jetzt vor ein paar Wochen wieder bei einem Unternehmen angeheuert.

Der Wechsel kam für mich selbst überraschend und war eigentlich nicht geplant. Als ich über ein Projekt Andreas Haug von diligenZ kennengelernt hatte, erhielt ich kurz darauf das Angebot von diligenZ für diese tätig zu werden.

Bisher konnte ich mir eine Tätigkeit für eine Unternehmensberatung nicht vorstellen, doch diligenZ hat mich überzeugt. Das gute Team, die spannenden Projekte und eine Unternehmenskultur, die Individualität zulässt und fördert, waren für mich die Gründe für diese Entscheidung.

Auch bei diligenZ bin ich weiterhin als Berater mit dem Fokus auf Strategie für Handel und Ecommerce tätig.

Diligenz ist übrigens ein altes Wort, dass Sorgfalt, Umsicht und Fleiß bedeutet.

Selbstverständlich werde ich hier in meinem Blog weiterhin völlig unabhängig über meine persönliche Meinung zu Themen rund um Ecommerce, Multichannel-Handel etc. schreiben.

Update Februar 2017:
Mittlerweile sind einige Jahre verstrichen. Die diligenZ ist in die dgroup übergegangen und wurde in 2016 von Accenture übernommen. Bei Accenture wurde ich zum Januar 2017 Senior Principal im Bereich Innovation & Thought Leadership.



Dienstag, 20. März 2012

Amazon kauft Kiva Systems für 775 Mio. USD und kann damit die Effizienz der Intralogistik steigern

Amazon setzt seinen Kurs fort und investiert weiter massiv in Logistik.
Amazon investiert zum Einen von Jahr zu Jahr konsequent in den Lieferservice Amazon Prime, um damit Kunden zu gewinnen und zu binden. Laut dem 10-K SEC Filing hat Amazon weltweit in 2011 mit 2,4 Mrd. US-$ (1,4 Mrd. US-$ in 2010) den Lieferservice "gesponsort".
Zum Anderen investiert Amazon rigoros in neue Fulfillment-Zentren / Logistikzentren - allein in Deutschland wurde gerade ein weiteres in Rheinberg eingeweiht und zwei weitere sollen dieses Jahr in Koblenz und Pforzheim mit einer Gesamtgröße von ca. 110.000 Quadratmetern eröffnet werden.
Aber das ist nicht Alles - Wie gerade bekannt wurde, wird Amazon Kiva Systems für 775 Mio. US-$ kaufen (siehe auch Exciting Commerce).
Mit Kiva Systems kann Amazon die Effizienz der Intralogistik steigern und den Wettbewerbsvorsprung weiter auszubauen. Es handelt sich bei Kiva um ein „goods-to-person“ Automatisierungssystem zur Optimierung der Auftragsabwicklung in Lagerhäusern. Die dynamische Lagerhaltung & Kommissionierung erfolgt durch autonome Kleinroboter-Systeme. Dabei erfolgt die Anlieferung eines Warenregales (angehoben durch Hebemechanismus im Roboter) aus dem Lager zur Arbeitsstation des Pickers.
    
Mehr dazu z.B. bei neuerdings, bei Businessweek und in einem ausführlicheren, lesenswerten Beitrag von Jörn Voortmann in seinem Blog "eCommerce Systems" - er verweist auch auf ein interessantes Video:

Einen Überblick über das Gesamtsystem von Kiva Systems gibt es hier. Interessant auch die White Paper von Kiva Systems:
  • "Using Distribution and Fulfillment as Strategic Weapons" (hier PDF nur nach Anmeldung)
  • "Fulfillment 2.0: Tackling the Seven Critical Fulfillment Challenges of eCommerce" (hier PDF nur nach Anmeldung)
  • "Creating a Distribution Powerhouse: Why Rapid Deployment Matters" (hier PDF nur nach Anmeldung)
 
Die Besonderheit von Kiva Systems ist, dass es sich dabei um eine der effizientesten und ökonomischsten Intralogistiklösungen handeln soll, die angeblich z.B. bei Zappos zu Einsparungen von bis zu 50% der Arbeitskraft geführt hat. Weiter erfolgt eine automatische, kontinuierliche Optimierung der Lagerinfrastruktur und dynamische Selbstorganisation des Systems. Kiva Systems soll sich durch hohe Flexibilität und hohe Skalierbarkeit auszeichnen - die flexible API-Architektur / Schnittstelle ist Standard-Bestandteil der Komplettlösung. Kiva Software integriert sich scheinbar nahtlos in große kommerzielle Lagerverwaltungs-systeme und Enterprise-ERP-Systeme.
 Aus diesen Gründen werden die kleinen Roboter von Kiva Systems u.a. bereits bei Diapers, Zappos, Staples, GAP, Office Depot etc. eingesetzt.

Wenn man dies alles liest, fragt man sich, warum es noch keine Installation von Kiva Systems in Europa gibt?
Ich finde es auf jeden Fall beeindruckend, wie massiv amerikanische Online-Händler, die bereits in vielen Fällen als Service-Leader gelten und hinsichtlich Customer Experience bereits einen klaren Wettbewerbsvorsprung haben, in die Verbesserung ihrer Services / Logistik investieren.

Und es bleibt die Frage, welches deutsches Unternehmen kann dem Paroli bieten? Zalando? Oder Otto mit Hermes? Ich befürchte das wird eng.