Mittwoch, 19. November 2008

Studienergebnisse: Mit Produktbewertungen Umsätze erhöhen und Retouren senken

Angeregt durch den Artikel "Retourenquote durch Produktbewertungen senken" von Handelskraft, habe ich mal selbst nach Studien geschaut, welche die Auswirkungen von Produktbewertungen in konkreten Zahlen zeigen.

Viele Untersuchungen findet man bei Bazaarvoice und weitere bei PowerReviews sowie auch bei den Ergebnissen der ACTA 2008.

Alle Studienergebnisse zeigen, dass Produktbewertungen eine wichtige Rolle beim (Online-) Einkauf spielen und für jeden Onlineshop unverzichtbar sind.

Hier einige beeindruckende Beispiele:

  • Bei PETCO, einem führenden amerikanischen Händler für Haustierbedarf, haben Produkte ohne Produktbewertungen eine 20,4% höhere Retourenquote, als Produkte mit Produktbewertungen (Quelle).
  • Durch die Einbindung der Produktbewertungen in die Navigation bei PETCO in Form einer "Top Rated Products"-Kategorie war die Conversion Rate der dort gelisteten Artikel um 49% höher, als die der gleichen Artikel in den "normalen" Shopkategorien.
  • Mit der Einbindung der Produktbewertungen in Suchergebnisse und Produktlisten durch "Sort by Rating" wurden die Umsätze pro unique visit um 41% gesteigert (Quelle).
  • Bei Zales, einem führenden amerikanischen Händler für Uhren und Schmuck, haben sich die Online-Umsätze der Produkte mit multidimensionalen Produktbewertungen um 39% gesteigert. Hier die Auswirkungen der Produktbewertungen auf die Conversion Rate (Quelle):

  • Bei figleaves UK, einem der großen Onlineshops für Wäsche, wurde durch multidimensionale Produktbewertungen die Conversion Rate um rd. 35% erhöht (Quelle).
  • Office Depot hat mit den bestbewerteten Produkten eine Werbekampagne gemacht und dafür auch Begriffe aus den Bewertungen als Keywords genutzt. Damit wurden deutliche Steigerungen bei Click-Through Rate (78,5%), Conversion Rate (23,8%), Umsätzen (196,6%) und Neukunden (183,3%) erzielt (Quelle).
  • Golfsmith hat durch Einbindung der Produktbewertungen in Suchergebnisse und Produktlisten durch "Sort by Rating" um 34% höhere Umsätze bei Usern erzielt, die diese Option genutzt haben (Quelle).
  • NetShops hat in einer empirischen Studie mit der University of Nebraska at Omaha ermittelt, dass sich die Umsätze durch multidimensionale Produktbewertungen um 26% gesteigert haben (Quelle).
  • Brookstone hat den user generated content der Produktbewertungen genutzt um das SEO Marketing zu verbessern. Durch die long-tail keywords und weitere Verbesserungen konnte der "organic search results traffic" und der durchschnittliche Warenkorb um jeweils rd. 33% gesteigert werden (Quelle).

Fazit
Mit der Einführung von (multidimensionalen) Produktbewertungen und deren konsequenten Nutzung - z.B. in der Navigation - können Onlineshops ihre Gewinne signifikant steigern. Traffic, Anzahl der Neukunden, Conversion Rate, Höhe des Warenkorbs und damit Umsätze können deutlich gesteigert werden, während gleichzeitig Retourenquoten gesenkt werden können.

Was gute multidimensionale Produktbewertungen kennzeichnet, habe ich bereits in einem Beitrag vor 4 Wochen beschrieben: "Mit multidimensionalen Produktbewertungen beim Kunden punkten und Retouren senken".

P.S.:

Auch für diesen Blog werde ich jetzt Bewertungen ausprobieren und schauen, welche Auswirkungen diese haben. Allerdings habe ich für Blogs kein Tool für multidimensionale Bewertungen gefunden. Am Ende jedes Artikels können die Leser jetzt den Artikel bewerten. Die Ergebnisse werden oben in der rechten Sidebar für die Navigation genutzt. Unter "Top" findet man die 5 Artikel mit den besten Bewertungen und unter "Hot" die 5 aktivsten Artikel (anhand der Anzahl von Bewertungen/Zeit). Dieses interessante, kostenlose Feature kann man von JS-Kit einbinden. Ratings und Navigator lassen sich sehr einfach einbinden und customizen.

Freitag, 14. November 2008

Goodbye Fashmatch - eine innovative Idee scheitert

Fashmatch wurde in 2006 gegründet und war eins der innovativsten Social Shopping Start-Ups im Bereich Fashion.

Bei FashMatch standen Kombinationen von Kleidungsstücken, die sogenannten "Matches" des Users im Vordergrund. D.h. der User konnte ein Oberteil mit einem Unterteil, Schuhen und einem Accessoire kombinieren, sehen, wie diese Teile zusammen passen und sich diesen "Match" von anderen Usern bewerten lassen. Mithilfe dieser usergenerierten Matches konnte man sich bei Fashmatch auch nur ein Oberteil auswählen und sich dann die passenden anderen Teile der Garderobe anzeigen lassen. Weiter hatte FashMatch interessante Filter - so konnte man z.B. Kleidung für "Meet the parents" auswählen. Insgesamt war es ein sehr innovatives Konzept.

Die Gründe für das Scheitern von Fashmatch nennt der Gründer Jonathan Gheller in dem Beitrag "What we learned from Fashmatch" in seinem Blog "thoughts on information overload":

  1. Fine tuning versus exploring new grounds
  2. Lack of patience
  3. To get US funding, you need to be in the US
  4. More likely than not, you need more than one founder, or an early employee that complements you strategically
Die Details dazu in seinem Blogartikel.

Dienstag, 11. November 2008

Interessante Studie: Erlösmodelle für Medien in der digitalen Welt

Bei Seedfinance habe ich gerade einen Beitrag über eine evtl. interessante Studie gefunden. Die Studie "Medien und Marken im Web 2.0 - Erlösmodelle für Medien in der digitalen Welt" ist von Ernst & Young in Kooperation mit Hubert Burda Media entstanden. Dazu wurden 18 Top-Führungskräfte der Medienwirtschaft sowie großer Markenartikler im Zeitraum Juni bis August 2008 interviewt.

Andreas Dengler nennt in seinem Beitrag "Studie zu den Erlösmodellen im Web 2.0"
folgende Kernaussagen der Studie:

"1. Die Entwicklung nachhaltiger, ökonomischer ertragreicher Erlösmodelle im Web 2.0 ist bei den Medienanbietern noch in vollem Gange. Als Erfolgstendenzen sind inzwischen Personalisierung von Inhalten und Werbung, Kooperationen und Syndication sowie E-Commerce erkennbar.

2. Die Erlöse von Social Communities sind noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau und stellen aktuell noch keine Alternative zu bisherigen Einnahmequellen großer Medienhäuser dar.


3. Subscriber-Modelle (User zahlen für Premium-Inhalte) sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine adäquate, nachhaltige Erlösperspektive (mit Ausnahme von verzeinzelten Branchen, wie z.B. Erotik und B2B).


4. Auch wenn im Augenblick noch die klassische Bannerwerbung den Markt dominiert, zukünftig wird die Personalisierung von Werbung eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Werbung “nach dem Gießkannenprinzip” wird zukünftig durch Behavioural Targeting und eine angemessene Dosierung der Verbraucheransprache hinfällig.


5. Die bislang praktizierte personalisierte Ansprache in Web 2.0-Angeboten wird noch längst nicht angemessen kapitalisiert. Als Ursache wird hierzu das Fehlen wichtiger qualitativer Leistungsmerkmale angeführt, die dazu dienen können, die Wertigkeit der personalisierten Werbung zu erhöhen (z.B. die Nutzungsdauer von Angeboten).


6. Die Grundregeln der Markenführung bleiben auch im Umfeld des Web 2.0 gültig, auch wenn die Markenbindung kurzlebiger wird. Die Markenführung wird jedoch nicht mehr ausschliesslich zentralisiert von den Marketingverantwortlichen umgesetzt werden können: Aktive “Prosumer” werden direkten Einfluss darauf nehmen.


7. In Ergänzung zu den bisherigen Medienangeboten sind Web 2.0 Applikationen eine notwendige zusätzliche Option, um eine Market attraktiv zu erhalten. Sie stellen keine Kannibalisierungsgefahr dar.
"

Allerdings ist aus Sicht von
Andreas "Für Personen, die sich intensiv mit der Thematik beschäftigen, steht in der Studie nichts wesentlich Neues drin".

In diesem Zusammenhang vielleicht ebenfalls interessant ist die Diplomarbeit von Daniel Verst zum Thema "Auswirkungen von nutzergenerierten inhalten - Wie neue Interaktivitätsmöglichkeiten Markttransaktionen ändern". Auf die Diplomarbeit bin ich in den Kommentaren zu Andreas Beitrag gestoßen. Die Diplomarbeit ist mit einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht wurden und kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Beide Unterlagen werde ich mir mal anschauen und bei Bedarf darüber berichten.