Mittwoch, 9. Juli 2008

bvh-Zahlen 2008 - E-Commerce treibt das Wachstum des Distanzhandels

Erneut hat der Bundesverband des deutschen Versandhandels (bvh) die aktuellen Zahlen für den Versandhandel / Distanzhandel veröffentlich. Hier die Links dazu:

Wieder beschert die hohe Wachstumsdynamik des E-Commerce dem Distanzhandel Umsatzzuwächse, einen neuen Umsatzrekord und weitere Verschiebungen bei den Marktanteilen.
Diese insgesamt sehr erfreuliche Entwicklung für den Distanzhandel im Allgemeinen und für den E-Commerce im Besonderen, habe ich mir auch dieses Jahr mal genauer angeschaut.
Die E-Commerce-Umsätze sind in 2008 weiter stark - auf über 15 Milliarden Euro - gestiegen

Aufgesplittet nach den einzelnen Versendergruppen weist der bvh in 2008 folgende Umsätze im Distanzhandel aus:

Zu den Umsätzen des E-Commerce zählen für mich folgende Umsätze:
  • Internetumsätze der Multi-Channel-Versender in Höhe von 5,2 Mrd. (laut der Rede des bvh-Präsidenten)
  • Internet-Pure-Player (4,51 Mrd.) und Ebay-Powerseller (2,08 Mrd.)
  • Apothekenversender 0,32 Mrd.)
  • Versender, die Heimat im Stationärhandel haben - z.B. Douglas - (1,42 Mrd.)
  • Hersteller-Versender - z.B. s.Oliver oder H&M - (0,74 Mrd.)
  • Sonstige - vom bvh nicht näher erläutert - (1,56 Mrd.)

Somit beträgt der E-Commerce-Umsatz mit Waren in Deutschland rd. 15,8 Mrd. Euro. Die Katalogumsätze der Multi-Channel-Versender betrugen demnach rd. 11,4 Mrd. Euro. Die Teleshopping-Versender erzielen rd. 1,23 Mrd. und die Sonstigen (die Vertreter-Direkt-Versender) rd. 0,06 Mrd. Euro Umsatz. Hier die summierten Werte in der Übersicht:



Damit hat der E-Commerce weiter seine Vorrangstellung im Distanzhandel ausgebaut (+ 18,3% z. VJ.), während der Kataloghandel im Vgl. z. VJ. um 13% zurückgegangen ist. Bezogen auf die Marktanteile ergibt sich folgendes Bild:


Das Wachstum des Distanzhandels findet fast ausschließlich im E-Commerce statt

Doch der E-Commerce ist nicht nur die größte Umsatzquelle, sondern auch das einzige Segment mit absolut deutlich wachsenden Umsätzen. Der E-Commerce-Markt für Waren ist in einem Jahr um fast 2,5 Mrd. Euro gewachsen.
Den größten Anteil an diesem Wachstum haben die Internet-Pure-Player - mit einem plus von rd. 1,3 Mrd. zum Vorjahr. Gefolgt von den Multi-Channel-Versendern - mit 0,9 Mrd. plus sowie den Versendern, die Heimat im Stationärhandel haben - mit einem plus von rd. 0,8 Mrd. Euro.
Damit dürfte auch der Online-Modemarkt in diesem Jahr weiter stark wachsen. Laut einer Pressemitteilung des bvh vom 29.10.2007 betrug der Anteil der Onlineumsätze mit Bekleidung an den gesamten Onlinewarenumsätzen rd. 37%. Wenn man dieses Verhältnis auch den neuen Zahlen zugrunde legt, werden die Mode-Onlineumsätze in 2008 rd. 5,9 Mrd. Euro erreichen.
Mein Fazit unterscheidet sich nicht von dem im Vorjahr:
Wieder eine sehr positive Entwicklung. Das Umsatzwachstum im E-Commerce zeigt, dass die Anstrengungen aller Wettbewerber in diesem Bereich Früchte tragen. Ich bin überzeugt, dass dieses Marktwachstum sich fortsetzen wird und auch weiterhin neuen, frischen Geschäftsideen die Chance bietet, daran überproportional zu partizipieren.
Weitere Links:
Jochen Krisch hat sich auch schon in einer ersten Einschätzung in Exciting Commerce mit diesen Zahlen auseinandergesetzt.
Frühere Beiträge zum Thema:

Abschließend noch ein Hinweis zu diesen Zahlen: Es handelt sich um eine sehr grobe Abschätzung auf Basis der veröffentlichten Informationen. Die Marktanteile sind deshalb nur grobe Anhaltspunkte, welche die starken Veränderungen im Markt verdeutlichen sollen.

Donnerstag, 12. Juni 2008

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Also, wenn irgendein Chef noch eine Idee zur Mitarbeitermotivation sucht - hier kann man buchen :-)

Donnerstag, 29. Mai 2008

Onlineshops von Nobelmarken und Herstellern mal anders gesehen

Zur Zeit liest man ja häufiger, das die Shops der "Nobelmarken" nicht gut gelungen sind (siehe Forrester und den Beitrag dazu bei silicon.de oder die Diskussion zum Shop von Louis Vuitton bei Exciting Commerce, dem bagblog oder dem Taschenblog).

Aus meiner Sicht ist es erst Mal normal, das ein Hersteller nicht von heute auf morgen auch zu einem guten (Online-)Händler wird. Doch ich denke in spätestens zwei Jahren werden die meisten es gelernt haben.
Und ein paar machen es schon ganz ordentlich. Den Shop von La Perla finde ich ganz gelungen - mit eigenem Outlet . Auch die Shops von Armani, Gucci und Ralph Lauren finde ich ganz o.k. Alle schon mit Rückansicht und Zoom zu den Artikelbildern, was bei vielen deutschen Onlineshops noch kein Standard ist. Und wenn man das Thema auf Hersteller ausweitet macht z.B. auch Adidas ein guten Job.
Ich denke, in kurzer Zeit werden sie noch mehr gelernt haben und die anderen "Nobelmarken" und Hersteller werden nachziehen.

Mal anders gefragt: Welcher (Mode-) Shop ist in Deutschland richtig gut?

Die neuen Shoppingclubs sind es nicht. Die großen Multichannelhändler verstehen zwar viel von ihrem Handwerkszeug, aber richtig sexy sind die Shops auch nicht. Und die neuen Streetwear- und Jungdesignershops in Deutschland sind ebenfalls an einigen Stellen unbefriedigend.

Mir fällt da kein richtig guter Shop ein.

International gesehen sind Amazon.com und Endless.com für mich weit vorne. Ebenfalls gelungen sind asos, Bluefly und REVOLVE Clothing. Auch noch gut, aber vom Design her rückständig sind figleaves, freshpair und shoebuy.

Natürlich kenne ich auch längst nicht alle Shops - doch ich denke die wirklich guten sind immer noch ganz rar.