Dienstag, 20. März 2012

Amazon kauft Kiva Systems für 775 Mio. USD und kann damit die Effizienz der Intralogistik steigern

Amazon setzt seinen Kurs fort und investiert weiter massiv in Logistik.
Amazon investiert zum Einen von Jahr zu Jahr konsequent in den Lieferservice Amazon Prime, um damit Kunden zu gewinnen und zu binden. Laut dem 10-K SEC Filing hat Amazon weltweit in 2011 mit 2,4 Mrd. US-$ (1,4 Mrd. US-$ in 2010) den Lieferservice "gesponsort".
Zum Anderen investiert Amazon rigoros in neue Fulfillment-Zentren / Logistikzentren - allein in Deutschland wurde gerade ein weiteres in Rheinberg eingeweiht und zwei weitere sollen dieses Jahr in Koblenz und Pforzheim mit einer Gesamtgröße von ca. 110.000 Quadratmetern eröffnet werden.
Aber das ist nicht Alles - Wie gerade bekannt wurde, wird Amazon Kiva Systems für 775 Mio. US-$ kaufen (siehe auch Exciting Commerce).
Mit Kiva Systems kann Amazon die Effizienz der Intralogistik steigern und den Wettbewerbsvorsprung weiter auszubauen. Es handelt sich bei Kiva um ein „goods-to-person“ Automatisierungssystem zur Optimierung der Auftragsabwicklung in Lagerhäusern. Die dynamische Lagerhaltung & Kommissionierung erfolgt durch autonome Kleinroboter-Systeme. Dabei erfolgt die Anlieferung eines Warenregales (angehoben durch Hebemechanismus im Roboter) aus dem Lager zur Arbeitsstation des Pickers.
    
Mehr dazu z.B. bei neuerdings, bei Businessweek und in einem ausführlicheren, lesenswerten Beitrag von Jörn Voortmann in seinem Blog "eCommerce Systems" - er verweist auch auf ein interessantes Video:

Einen Überblick über das Gesamtsystem von Kiva Systems gibt es hier. Interessant auch die White Paper von Kiva Systems:
  • "Using Distribution and Fulfillment as Strategic Weapons" (hier PDF nur nach Anmeldung)
  • "Fulfillment 2.0: Tackling the Seven Critical Fulfillment Challenges of eCommerce" (hier PDF nur nach Anmeldung)
  • "Creating a Distribution Powerhouse: Why Rapid Deployment Matters" (hier PDF nur nach Anmeldung)
 
Die Besonderheit von Kiva Systems ist, dass es sich dabei um eine der effizientesten und ökonomischsten Intralogistiklösungen handeln soll, die angeblich z.B. bei Zappos zu Einsparungen von bis zu 50% der Arbeitskraft geführt hat. Weiter erfolgt eine automatische, kontinuierliche Optimierung der Lagerinfrastruktur und dynamische Selbstorganisation des Systems. Kiva Systems soll sich durch hohe Flexibilität und hohe Skalierbarkeit auszeichnen - die flexible API-Architektur / Schnittstelle ist Standard-Bestandteil der Komplettlösung. Kiva Software integriert sich scheinbar nahtlos in große kommerzielle Lagerverwaltungs-systeme und Enterprise-ERP-Systeme.
 Aus diesen Gründen werden die kleinen Roboter von Kiva Systems u.a. bereits bei Diapers, Zappos, Staples, GAP, Office Depot etc. eingesetzt.

Wenn man dies alles liest, fragt man sich, warum es noch keine Installation von Kiva Systems in Europa gibt?
Ich finde es auf jeden Fall beeindruckend, wie massiv amerikanische Online-Händler, die bereits in vielen Fällen als Service-Leader gelten und hinsichtlich Customer Experience bereits einen klaren Wettbewerbsvorsprung haben, in die Verbesserung ihrer Services / Logistik investieren.

Und es bleibt die Frage, welches deutsches Unternehmen kann dem Paroli bieten? Zalando? Oder Otto mit Hermes? Ich befürchte das wird eng.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Amazon 2011: Prognose 3,9 Mrd. Euro Umsatz mit 37,3 Mio. Artikeln in Deutschland


Auch wenn ich zur Zeit nur ganz selten zum bloggen komme, hier auf die Schnelle ein paar interessante Zahlen zu Amazon. Damit erreiche ich gleichzeitig meinen 100. Blog-Post hier.
In diesem Jahr wird Amazon konservativ hochgerechnet weltweit 48,2 Mrd. US-$ oder rd. 35 Mrd. Euro Umsatz machen.
Wenn man den Umsatzanteil von Deutschland aus dem letzten Jahr fortschreibt, wird der Umsatz von Amazon Deutschland in 2011 dann rd. 3,85 Mrd. Euro betragen.
D.h. der Umsatz von Amazon in Deutschland ist in diesem Jahr um etwas mehr als eine Milliarde Euro gewachsen.
Gerade habe ich einen kurzen Blick auf die Artikelzahlen in den einzelnen Sortimenten geworfen - derzeit hat Amazon in Deutschland grob gerechnet 37,3 Mio. Artikel im Angebot.
Die Zahlen von Amazon finde ich doch immer wieder beeindruckend.
Hier dazu zwei Charts:


Mittwoch, 5. Oktober 2011

Exklusiver Preview auf den Relaunch von GALERIA-Kaufhof.de

Letzte Woche hatte ich mit Torsten Waack van Wasen gesprochen, der das E-Commerce-Geschäft bei der GALERIA Kaufhof verantwortet. Er hat mir einen Vorab-Zugang zu dem Relaunch von www.galeria-kaufhof.de gegeben. Der offizielle Relaunch wird in den nächsten Tagen erfolgen. Hier also schon mal vorab meine ersten Eindrücke von dem Online-Shop, der auf Hybris 4.2. basiert.

Die neue GALERIA Kaufhof Homepage

Während die bisherige Homepage sehr altbacken und auch unübersichtlich wirkt, ist es Kaufhof mit dem Relaunch gelungen, eine moderne Startseite zu schaffen, die allen Anforderungen an einen zeitgemäßen Online-Shop gerecht wird. Zuerst fällt auf, dass GALERIA Kaufhof jetzt die gesamten Sortimentsbereiche auch online anbietet - insbesondere Bekleidung und Accessoires waren ja bisher online nicht erhältlich. Neben dem für Händler, die aus dem Stationärgeschäft stammen, wichtigen Filialfinder, der sehr umfangreiche und ansprechend aufbereitete Informationen über die Filialen enthält, finden sich über das Mouse-Over-Menü direkte Zugänge in alle Produktgruppen. Weiter werden die Top-Marken sowie die Top-Seller direkt angezeigt.

Einstiegsseite ins Sortiment
 Nach Klick auf einen Obernavigationspunkt, wie hier z.B. "Damen", landet man auf einer Sortimentseinstiegsseite mit Teaserflächen zu den dazugehörigen Untersortimenten. Was mir hier allerdings fehlt ist, dass auf der Sortimentseinstiegsseite nicht auch sofort einzelne Artikel mit Preis und direktem Link zur Artikeldetailseite angezeigt werden. Bei einem Klick auf ein Untersortiment  hingegen wird gleich eine Produktübersichtsseite mit relevanten Filtern für das Untersortiment angezeigt:
Bei der Produktübersichtsseite gefällt mir, dass man zusätzlich zu den Filtern, der Auswahl der Anzahl der angezeigten Artikel und den Sortierungsoptionen auch bei der Darstellung zwischen großen und kleinen Bildern wählen kann. Gerade mit den kleinen Bildern kann man sich so schnell einen Überblick verschaffen, zumal diese dann auch per Mouse-Over ein Quickview mit Bezeichnung, Marke, Preis und verfügbaren Farben anzeigen.


Die Artikeldetailseite
Die Artikeldetailseite kommt ebenfalls aufgeräumt und modern daher. Bei vielen Artikeln gibt es detaillierte Informationen - so auch zur Passform des Artikels. Auch eine direkte Angabe der verfügbaren Farben und Größen sowie die sofortige Anzeige der Versandkosten (derzeit kostenloser Versand) fehlt nicht - soweit alles richtig gemacht. Was es allerdings (noch nicht?) gibt sind zum einen eine Vollbildansicht für die Artikelbilder und/oder Videos und zum anderen eine Größentabelle oder besser Angaben zu den Artikelmaßen. Durch Torsten Waack van Wasen weiß ich allerings, dass das Ziel ein schneller Relaunch war und deshalb einige Features, wie z.B. Produktbewertungen in den nächsten Wochen / Monaten nachgezogen werden.

Erstes Fazit
Nach dem ersten Eindruck ist GALERIA Kaufhof mit dem Relaunch ein großer Wurf gelungen, der insgesamt stimmig ist und den Online-Shop deutlich nach vorne bringt. Wenn in den nächsten Wochen dann noch weitere Features & Functions nachgezogen werden und wie geplant die Sortimentstiefe und -breite ausgebaut wird, dann ist hier ein weiterer ernst zu nehmender Wettbewerber im E-Commerce am Start. Dadurch, dass GALERIA Kaufhof nun konsequenter als Multi-Channel-Händler agiert und z.B. auch die Rückgabe / den Umtausch von online gekauften Artikeln in der stationären Filiale ermöglicht, lassen sich bestimmt auch online-induzierte Wachstumspotentiale für den Stationärhandel erzielen.

Dem Team von GALERIA Kaufhof an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Relaunch. Damit haben sie für die Metro Gruppe ein weiteres Vorbild geschaffen, dem dann irgendwann auch Media Markt und Saturn folgen werden.



Samstag, 14. Mai 2011

Offene E-Commerce-Jobs bei Fashion-Online-Shop in Hamburg mit Elbblick

Unsere Büro-Nachbarn vom frontlineshop suchen noch dringend Unterstützung und haben aktuell spannende Stellenangebote.

Wer also gerne bei dem führenden und schnell wachsenden Online-Händler für Streetfashion arbeiten möchte, kann sich dort direkt bewerben. Eine kreative Atmosphäre, Raum für Individualität und einen sagenhaften Elbblick gibt es inklusive.
Hier eine Auswahl der offenen Jobs:
  1. eCommerce Service Manager
  2. E-Mail Marketing Manager
  3. Head of Customer Relationship Management
  4. Category Merchandiser Men oder Woman
  5. Online Product Manager
Weitere Jobs gibt es hier.

Dienstag, 3. Mai 2011

Vorhersage eingetroffen: Amazon startet mit Javari Category-Killer für Schuhe in Deutschland

Es war ja vorhersehbar - nachdem Amazon mit endless.com bereits bewiesen hat, das sie auch Modesortimente kompetent online verkaufen können, hatte ich 2008 und 2009 vorausgesagt, dass Amazon dieses Konzept auch nach Deutschland ausrollen wird (siehe "Amazon ist „heimlich“ der Onlineshop mit dem größten Angebot für Mode geworden" und "Amazon expandiert mit Javari das Endless.com-Konzept nach Europa und Asien").
Offen war die Frage, ob es hierzulande gelingt, gleich zum Start eine Category-Killer-Position zu übernehmen und die Sortimentsbreite und -tiefe der vorhanden deutschen Player wie z.B. Zalando und Mirapodo zu übertreffen.

Auf den ersten Blick scheint es fast gelungen: Gleich zum Start bietet Javari in Deutschland allein 7.947 Damenschuhe - zwar noch merkbar hinter Zalando mit 14.812 und hinter mirapodo mit 10.299 Damenschuhen - aber schon sehr beachtlich. In der Pressemitteilung heißt es:

Amazon gibt heute den Start seines neuen Onlineshops Javari.de (www.javari.de) bekannt, der eine hochwertige Auswahl an Schuhen und Handtaschen beliebter Marken bietet. Zum Start der neuen Seite können Kunden aus einem Angebot von über 180 Marken, mehr als 8.500 verschiedenen Schuh- und Handtaschenmodellen und über 85.000 Produkten wählen. Das Angebot wird kontinuierlich um ausgesuchte Top-Marken und -Produkte erweitert werden.
Falls die genannten insgesamt 85.000 Produkte stimmen dürfte Javari allerdings schon deutlich über dem Gesamtangebot von Zalando und mirapodo liegen. Wird mal wieder Zeit meine Analyse "Die Top Online-Shops mit der größten und besten Auswahl für Schuhe" zu aktualisieren, um genauere Daten zu haben.

Besonders will Javari mit Service punkten: Mit kostenloser Lieferung am nächsten Tag (gilt für Bestellungen, die bis 16:30 Uhr aufgegeben werden), 365 Tagen kostenfreier Rückgabemöglichkeit und zweiwöchiger Tiefpreisgarantie wird der Service der bisherigen Platzhirsche noch getoppt.

Machen wir mal einen ersten Blick auf die Seite - die Homepage:

Und die Einstiegsseite für Damenschuhe:

Die Artikeldetailseite:
Die Zoomansicht bietet auch eine Vollbildansicht, die den Schuh voll zur Geltung bringt. Es freut mich, dass es mirapodo gelungen ist, damit inzwischen eine neue State-of-the-Art-Ansicht zu etablieren.
Es zeigt sich wieder einmal: der Online-Schuhmarkt bleibt spannend. Mal sehen, welche Player zukünftig dass Rennen machen werden. Fraglich ist, welche Zukunft Zalando langfristig haben wird, da durch den eigenständigen Start von Amazon / Zappos in Deutschland eine wichtige Exit-Option für Zalando wegfällt.

Frühere Beiträge zum Thema:
Amazon Umsatz Deutschland und Gesamt 2007 - 2010
Amazon steigert den Umsatz weltweit in 2010 um 40% auf 34,2 Mrd. US-$
Amazon Umsatz Deutschland und Gesamt 2007 - 2009
Amazon steigert Umsatz weltweit in 2009 um 28% auf 24,5 Mrd. US-$
Amazon expandiert mit Javari das Endless.com-Konzept nach Europa und Asien
Amazon trotzt der Krise und steigert Umsatz in 2008 um 29% auf 19,2 Mrd.
Amazon ist „heimlich“ der Onlineshop mit dem größten Angebot für Mode geworden
Update aus dem Online-Modemarkt - mehr Umsätze und neue Wettbewerber

Dienstag, 29. März 2011

Online-Shops von Cecil, Street One und OneTouch innerhalb von 6 Monaten gelauncht

Nachdem ich schon wieder länger nicht zum bloggen gekommen bin, freue ich mich heute etwas zu den drei neuen Online-Shops der CBR Fashion Holding schreiben zu können. Da ich an diesem Projekt mitgearbeitet habe (siehe auch Disclosure am Ende des Artikels), kann ich auch ein paar spannende Hintergrundinfos dazu liefern.

Seit rund einem Monat sind die Marken Cecil, Street One und OneTouch jeweils mit ihrem eigenen Online-Shop im Netz. Hier ein paar Eindrücke:

Die Startseite von Street One
Produktliste bei Cecil
Artikeldetail-Seite bei OneTouch
Die drei Online-Shops machen auf den ersten Blick einen soliden Eindruck und entsprechen den Basisanforderungen an moderne Fashion-Shops. Dennis hat sich bereits in Shopanprobe mal die Shops hinsichtlich Usability, Produktpräsentation etc. näher angeschaut – seine Einschätzung siehe hier.

Nach diesem ersten Aufschlag gilt es nun natürlich die Online-Shops weiterzuentwickeln und über das Basisniveau zu heben.

Das Ziel war es, die drei Shops so schnell wie möglich zu launchen, um dann danach weitere Verbesserungen oder zusätzliche Features on-the-fly zu realisieren. Bemerkenswert finde ich, dass es Nicolas Speeck (Ex-brands4friends Gründer) mit seinem Team bei CBR und der Unterstützung von diligenZ und mindwyse gelungen ist, das Projekt unter 6 Monaten vom Start bis zum Launch umzusetzen.
Da CBR bisher kein B2C-Geschäft macht, kann sich jeder der schon mal an einem solchen Projekt mitgearbeitet hat, vorstellen, was das bedeutet.
Strategie und Ausrichtung müssen erst Mal erarbeitet und mit der Geschäftsführung abgestimmt werden. Weiter war es notwendig, eine enge Abstimmung mit jeder der drei Marken durchzuführen und die jeweiligen Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Die Umsetzung erfolgte im Frontend mit TWT auf OXID sowie im Backend mit MAC IT-Solutions auf DiVA Microsoft Dynamics (Ex-Navision). Als weitere Partner wurden u.a. Computop (Payment), econda (Web Shop Controlling) und Emailvision (E-Mail Marketing) eingesetzt.
Da CBR bisher kein B2C-Geschäft macht, musste auch das gesamte Fulfillment inkl. Lagerlogistik neu aufgesetzt werden und an die Systeme angebunden werden. Das Fulfillment der drei Shops erfolgt mit Fiege – die Auslieferung erfolgt wahlweise mit Hermes oder DHL. Weiter war es notwendig einen Prozess für die Content-Produktion für täglich neue Artikel zu kreieren und umzusetzen, was bei CBR jetzt inhouse über eine eigene Foto- & Textproduktion realisiert wird.

Obwohl ich mit meinen Kollegen bei diligenZ und mindwyse schon einige Online-Shops konzipiert und umgesetzt habe, war ich anfangs skeptisch, ob es wirklich möglich ist, solch ein Projekt in so kurzer Zeit umzusetzen.
Erfolgsfaktoren waren aus meiner Sicht zum einen das pragmatisch agierende und schnell entscheidende Team von und mit Nicolas sowie zum anderen ein Top-Management, welches das Ziel konsequent unterstützt und vor allem ausreichende Handlungs- und Entscheidungsfreiräume für das E-Commerce-Team zugelassen hat.

Das E-Commerce-Team von CBR arbeitet jetzt an den nächsten Verbesserungen und sucht dazu noch weitere Mitarbeiter. Insbesondere Head of Marketing, Art Director, Teamlead Backend, Categorymanager und Online Marketing Manager (alle Profile siehe hier) werden möglichst kurzfristig gesucht – wer Interesse hat sollte sich schnell melden.
Mir hat die Zusammenarbeit auf jeden Fall Spaß gemacht und ich wünsche Nicolas, Christoph, Dirk und dem Rest des Teams weiterhin viel Erfolg.

Disclosure: CBR ist ein Kunde der diligenZ Group. Im Rahmen meiner Tätigkeit für diligenZ habe ich gemeinsam mit Kollegen von diligenZ und von mindwyse an der Konzeption und Umsetzung mitgearbeitet.

Montag, 31. Januar 2011

Amazon Umsatz Deutschland und Gesamt 2007 - 2010

Nachdem Amazon am 27. Januar die Quartalsergebnisse für das 4. Quartal 2010 veröffentlicht hat, wurden nun auch die 10-K Filings für das gesamte Jahr 2010 veröffentlicht (hier als PDF). Nachdem ich bereits am Freitag über die weltweiten Umsatzzahlen gebloggt habe (hier), nun wieder ein paar spannende Zahlen zu den Umsätzen von Amazon in Deutschland sowie zu anderen Details.

Umsätze und Handelsvolumen Amazon weltweit
Amazon hat die weltweiten Umsätze auch in den letzten Jahren gehörig gesteigert: So stiegen die weltweiten Netto-Umsätze von 14,8 Mrd. US-$ in 2007 auf 19,2 Mrd. US-$ in 2008, dann und auf 24,5 Mrd. US-$ in 2009 und letztedlich auf 34,2 Mrd. US-$ in 2010 (hierin sind ca. 0,9 Mrd. US-$ Netto-Umsätze von Zappos enthalten - danke für den Hinweis Jochen). Dabei gilt zu berücksichtigen, dass dies die Netto-Umsätze von Amazon sind, welche nicht das Handelsvolumen der Marketplace-Seller berücksichtigen. Anhand der Informationen in den 10-K Filings habe ich versucht dies mit einzurechnen - und dabei die Formel, die ich im letzten Jahr genutzt habe korrigiert - demnach betrug das gesamte Handelsvolumen auf Amazon weltweit in 2010 sogar insgesamt 44,5 Mrd. US-$. (Hinweis zur Berechnung des Handelsvolumens: Laut der Veröffentlichung von Amazon machen die Umsätze von Amazon mit den Marketplace-Sellern 31% der Umsätze aus. Bei diesen wird aber nur der Reinertrag ausgewiesen. D.h. diese knapp 8 Mrd. US-$ Reinertrag durch Marketplace-Seller repräsentieren bei einer angenommenen Provision in Höhe von 30% für Amazon ein Handelsvolumen in Höhe von knapp 27 Mrd. US-$.)

Hier eine Übersicht der weltweiten Umsätze und Handelsvolumina von 2007 - 2010:

Umsätze und Handelsvolumen Amazon Deutschland
Die Umsätze von Amazon in Deutschland werden in der Regel nicht veröffentlicht, trotzdem lassen sich diese Zahlen (ziemlich genau) herleiten. In der Vergangenheit war davon die Sprache, dass die Umsätze in Deutschland mehr als 10% der gesamten Umsätze ausmachen. In der aktuellen Veröffentlichung wird davon gesprochen, dass die Umsatzanteile in den drei größten Auslandsmärkten von Amazon (Deutschland, UK und Japan) jeweils zwischen 11% und 15% liegen. Daraus ergibt sich konservativ gerechnet für 2010 ein Netto-Umsatz in Höhe von 2,8 Mrd. € in Deutschland und somit bei Verwendung der durchschnittlichen Jahreswechselkurse eine Umsatzsteigerung in Höhe von rd. 62% in Deutschland. Von den Umsätzen entfallen ca. 1,5 Mrd. € auf Medien (Bücher, CD, DVD, MP3 etc.) und 1,4 Mrd. € auf Textilien und Hartwaren (Bekleidung, Unterhaltungselektronik, Spielzeug etc.).

Bei Berücksichtigung der Marketplace-Seller lag das gesamte Handelsvolumen auf Amazon.de sogar bei 4,9 Mrd. €.
Hier eine Übersicht der deutschen Umsätze und Handelsvolumina von 2007 - 2010:

Amazon investiert 1,4 Mrd. US-$ in den Liefer-Service
Interessant ist auch zu lesen, was sich Amazon wiederum den Lieferservice inkl. Amazon Prime kosten lässt, um damit Kunden zu gewinnen und zu binden. Laut dem 10-K SEC Filing hat Amazon weltweit in 2010 1,2 Mrd. US-$ über Versandkosten und Amazon Prime Gebühren etc. eingenommen. Die gesamten Ausgaben für die Lieferungen betrugen rd. 2,6 Mrd. US-$ - somit wurde der gesamte Lieferservice in 2010 mit 1,4 Mrd. US-$ "gesponsort". Amazon schreibt dazu:

"We expect our net cost of shipping to continue to increase to the extent our customers accept and use our free-shipping offers at an increasing rate,
including through membership in Amazon Prime; to the extent our product mix shifts to the electronics and other general merchandise category; to the extent
we reduce shipping rates; and to the extent we use more expensive shipping methods. We seek to mitigate costs of shipping over time in part through
achieving higher sales volumes, negotiating better terms with our suppliers, and achieving better operating efficiencies. We believe that offering low prices to
our customers is fundamental to our future success. One way we offer lower prices is through free-shipping offers, as well as through membership in Amazon
Prime."


Frühere Beiträge zum Thema:
Amazon steigert den Umsatz weltweit in 2010 um 40% auf 34,2 Mrd. US-$
Amazon Umsatz Deutschland und Gesamt 2007 - 2009
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Freitag, 28. Januar 2011

Amazon steigert den Umsatz weltweit in 2010 um 40% auf 34,2 Mrd. US-$

Nachdem Amazon den Umsatz in 2009 weltweit um 28% von 19,2 Mrd. US-$ in 2008 auf 24,5 Mrd. US-$ in 2009 gesteigert hat (siehe hier), erzielte Amazon in 2010 eine Umsatzsteigerung von 40% auf 34,2 Mrd. US-$.

In Nordamerika betrug die Umsatzsteigerung rd. 41% und in den anderen Ländern war sie diesmal niedriger und betrug rd. 33%.

Bezogen auf die einzelnen Segmente teilte sich der Umsatz in 2010 wie folgt auf:

Media (Books, Movies, Music, Digital Downloads, Software, Video Games): 14,9 Mrd. US-$, d.h. +17% (2009: 12,8) .
Electronics & Other General Merchandise (Electronics & Computers, Devices, Home & Garden, Toys, Kids & Baby, Grocery, Apparel, Shoes & Jewelry, Health & Beauty, Sports & Outdoors, Tools, Auto& Industrial): 18,4 Mrd. US-$, d.h. +66% (2009: 11,1).
Other (Amazon Enterprise Solutions, Amazon Web Services, Co-branded Credit Cards & Miscellaneous Marketing): 0,95 Mrd. US-$, d.h. +40% (2009: 0,65).


Und hier die Quelle:
AMAZON.COM ANNOUNCES FOURTH QUARTER SALES UP 36% TO $12.95 BILLION
sowie
Q4 2010 Amazon.com, Inc. Earnings Conference Call Slides

In den näcshten Tagen werden dann die detaillierten Zahlen für 2010 veröffentlicht, dann werde ich auch mit weiteren Einzelheiten berichten.


Frühere Beiträge zum Thema:
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Update aus dem Online-Modemarkt - mehr Umsätze und neue Wettbewerber

Montag, 20. Dezember 2010

eBay kauft brands4friends für 150 Mio. Euro

Gerade eben erreicht mich eine Pressemitteilung per E-Mail - auch brands4friends hat doch noch einen Käufer gefunden und geht für 200 Mio. US-$ / 150 Mio. Euro an eBay.

Hier aus der Pressemitteilung (per E-Mail):

"Der weltweite Online-Marktplatz eBay (Nasdaq: EBAY) hat heute bekanntgegeben, dass das Unterneh¬men eine endgültige Einigung über die Übernahme aller Anteile von brands4friends, Deutschlands größtem Online Shopping-Club für Mode und Lifestyle, erzielt hat. Der Kaufpreis beträgt rund 200 Mio. US-Dollar (150 Mio. Euro). Mit diesem Schritt zielt eBay darauf ab, seine Position als eine der führenden Online-Plattformen für Mode in Europa zu stärken. eBay ist der weltweit führende Online-Marktplatz und ein führender Anbieter im Bereich Online-Fashion. Jährlich wird bei eBay im Bereich Kleidung, Schuhe und Accessoires weltweit ein Handelsvolumen von mehr als 5,4 Mrd. US-Dollar erzielt."

Ebenso bei eBay in einer Pressemitteilung.

Freitag, 3. Dezember 2010

Schmuckportal Faszinata von Klingels "K-New Media" jetzt online

Jochen Krisch hatte ja schon rausgefunden, dass Klingels "K-New Media" für neue Geschäftsmodelle, als erstes ein das Schmuckportal Faszinata plant (siehe Exciting Commerce: "Faszinata: Klingels 'K - New Media' plant Schmuckportal").

Seit gestern ist Faszinata online - hier erste Impressionen.

Die Startseite:
Artikeldetailseite:

Faszinata präsentiert sich also als Schmuckportal und bietet zum Start mit rd. 4.000 Artikeln und etlichen Marken schon eine relativ große Auswahl.

Aus meiner Sicht werden Uhren & Schmuck sich zukünftig zu einem der online boomenden Sortimente entwickeln. Der Markt ist in Deutschland noch so gut wie gar nicht besetzt (bis auf z.B. Christ und Karstadt) und bietet interessantes Potential.
Um dieses Potential zu heben, muss die Scheu der User beim Online-Kauf von Schmuck genommen werden. Zum einen sind dafür Marken wichtig, um Vertrauen zu generieren. Zum andern müssen sich Online-Händler ähnlich wie bei Mode neuartige Features und Serviceleistungen einfallen lassen, welche dem potentiellen Kunden Sicherheit bzgl. Aussehen, Trend und Passform geben.
Einige amerikanische Online-Shops für Uhren & Schmuck - wie z.B. blue nile, Zales oder CleverEve - sind da zwar schon ein Stück weiter, doch auch das ist erst der Anfang.
Zukünftig werden wir im in diesem Markt spannende Entwicklungen sehen - mal schauen wie sich Faszinata in diesem Markt behaupten wird.

Faszinata sitzt übrigens in Berlin und als Geschäftsführer sind André Stößer und Jens Ullrich eingetragen.