Donnerstag, 8. Mai 2008

Amazon ist „heimlich“ der Onlineshop mit dem größten Angebot für Mode geworden

Mal wieder ein Update aus dem Online-Modemarkt. Es gibt einen „neuen“ Wettbewerber bei den Online-Modeshops in Deutschland: Amazon.de. Neu in Anführungszeichen, weil Amazon in Deutschland schon länger Modeartikel führt, aber dies nicht offensichtlich ist. In Deutschland finden sich die Modeartikel derzeit noch unter der Kategorie „Sport & Freizeit“ - im Gegensatz zu Amazon.com wo Mode unter „Apparel, Shoes & Jewelry“ ganz offentsichtlich in die Hauptnavigation eingebunden ist.

Bei Amazon.de gibt es unter „Sport & Freizeit“ die Unterkategorie „Fashion & Style“ und auch dort muss man sich noch umständlich weiter klicken, um dann fündig zu werden. Weiter gibt es ja schon seit einiger Zeit die Hauptkategorie „Schuhe & Handtaschen“, in der sich weitere Modeartikel finden. Die schlechte Nachricht für alle anderen Online-Modeanbieter: Amazon.de hat schon jetzt in fast allen Unterkategorien das größte Sortiment.

Hier eine Übersicht über die Gesamtartikelanzahl in ausgewählten Unterkategorien - ich habe Amazon mit den großen Multichannelhändlern OTTO, Quelle und Neckermann verglichen. Gleich vorab die Anmerkung - die zugrundeliegende Auszählung zeigt nur die Tendenz auf. Ich habe lediglich die Anzahl der einzelnen Artikel per Suche oder im Kategoriebaum ermittelt. D.h. dabei wurde z. B. nicht berücksichtigt, dass die Shops Artikel in unterschiedlichen Farben und Größen unterschiedlich zusammenfassen.

Beeindruckend, wie Amazon es auch hierzulande geschaffen hat, in einem völlig neuem Sortiment in kurzer Zeit der Anbieter mit dem größten Angebot zu werden. Das gleiche passiert im Wohnensortiment, von dem ich auch beispielhaft zwei Unterkategorien ausgezählt habe.

Wahrscheinlich werden jetzt viele Leser denken, das Amazon nicht die Kompetenz hat, um Mode erfolgreich zu verkaufen und einen signifikanten Anteil am Gesamtumsatz im Online-Modemarkt zu gewinnen.

Was vielleicht nicht so viele Leser wissen - Amazon hat 2007 in den USA endless gelauncht, einen Onlineshop für Schuhe und Handtaschen.
Neben einem gelungenem Navigationssystem setzt endless.com auf ein umfangreiches Sortiment, schnelle Lieferzeiten, den Verzicht auf Versandkosten, eine umfassende Preisgarantie auf alle Produkte und einen kostenlosen Rücksendeservice.
Somit hat Amazon bereits bewiesen, das sie auch Modesortimente kompetent online verkaufen können.
Ich würde damit rechnen, dass dieses Konzept auch auf andere (Mode-) Sortimente und Länder übertragen wird.

Dienstag, 1. April 2008

Yahoo launcht Shine - ein Portal für Frauen und tritt damit gegen Glam an

Gestern hat Yahoo Shine gestartet - ein neues Web-Angebot speziell für Frauen zwischen 25 und 54.

Laut Yahoo ist die Site für das alltägliche Leben der Frauen gedacht und soll die dafür relevanten Informationen zur Verfügung stellen. Auf der Site sind Neuigkeiten von Entertainment über Technik bis hin zu Ernährungshinweisen gebündelt. Das Hauptaugenmerk der neun Kategorien liegt auf Themen wie Liebe, Sex, Fashion, Beauty und Gesundheit. Aus einer zusätzlichen, für alle Nutzer zugänglichen Blog-Plattform werden von den Shine-Redakteuren ausgewählte Beiträge veröffentlicht, um der Seite einen interaktiven Charakter zu verleihen.

Shine stellt laut Yahoo das erste Yahoo-Angebot dar, das eine Zielgruppe mit nur einem demographischen Merkmal bedient. Yahoo-Angaben zufolge sollen das Portal rund 40 Mio. Frauen nutzen. "Yahoo Shine erweitert unser Medienportfolio um einen wichtigen Bereich", meint Scott Moore, Senior Vizepräsident und Chef von Yahoo Media. Das Angebot mache das Gesamtportal Yahoo für Frauen noch relevanter. In der Strategie, mit verschiedenen Portalen unterschiedliche Massenmärkte zu bedienen, kommt Yahoo speziell den Werbetreibenden entgegen. So rangieren Yahoo Tech, Finance oder Food unter den Top-Seiten der verschiedenen Branchen und ermöglichen zielgerichtete Kampagnen.

Damit tritt Shine in Konkurrenz zu Glam Media und iVillage, die schon seit längerem auf das Thema setzen. Glam Media erreichte im Februar 2008 nach eigenen Angaben 29,1 Millionen Unique User, zur überwiegenden Mehrheit Frauen. iVillage hat nach Daten von comScore eine Reichweite von monatlich 31.4 Millionen Unique Visitors. Wie schon in einem früheren Beitrag beschrieben ("Wer ist eigentlich Glam Media - oder wie man mit Bloggern soviel Geld verdient, dass einem Investoren 85 Mio. $ geben"), hatte Glam Media 2007 in USA die größten prozentualen Reichweitenzuwächse und war absolut gesehen mit einem Reichweitenzuwachs von 15,3 Mio. Besuchern von März bis November 2007 auf Platz zwei hinter YouTube. Glam Media hat bisher insgesamt von Investoren (u.a. Burda) 115 Mio. $ Kapital eingesammelt.

Insgesamt zeigt sich, dass der Content als auch die Kundenansprache im Online-Modemarkt völlig neue Wege nehmen wird. Der Content wird sich zunehmend von den Printmedien zu Blogs verlagern und die Stilbildung wird immer stärker im Internet stattfinden (siehe früherer Beitrag "Der Modeboom geht weiter - neue Mode-Start-Ups und Mode-Blogs"). Das wird natürlich dazu führen, dass Werbung dort verstärkt stattfinden wird, weil Marken und Label dort eine größere Wirkung ihrer Werbemaßnahmen erzielen können.

Wie schon oft gesagt - die Dynamik im Online-Modemarkt hält weiter an (mehr dazu z.B. im „Fazit zur Revolution im Online-Modemarkt in 2007“).

P.S.:
Allerdings hat Glam jetzt, wie TechCrunch berichtet ("Glam Makes Big Cuts In Publisher Payments - “Up To 80% Drop In Revenue”), die Einnahmemöglichkeiten für Blogger unterm Strich um 30 - 80% gesenkt, um die Kosten zu senken. Mal sehen, wie stark sich das auf den Erfolg von Glam auswirkt, wenn die Inhalte weniger werden.

Mittwoch, 26. März 2008

Zlio startet in Deutschland

Das französische Unternehmen Zlio ist heute mit seiner Social Commerce Plattform - nach Frankreich, den USA und UK - auch in Deutschland gestartet (via InternetHandel).

Mit Zlio kann jeder kostenlos seinen eigenen Internet Shop eröffnen: Namen für den Shop sowieLayout-Vorlage auswählen und das eigene Sortiment aus Artikeln des Zlio Produktkatalogs (mit über 6 Mio. Artikeln) zusammenstellen. Mit jedem erfolgreich vverkauften Artikel verdient der Shopbetreiber eine Provision von bis zu 10%.

Bisher gibt es über 220.000 Zlio-Shops mit denen Zlio in 2007 ein Handelsumsatz in Höhe von 8 Mio. Euro generiert hat (via Exciting Commerce).

Soviel zur Theorie - ich habe das gleich mal ausprobiert.
Die Errichtung des Shops dauerte zwar nicht 5, sondern 15 Minuten, war aber insgesamt recht einfach. Teilweise hapert es noch an der richtigen deutschen Übersetzung.
Für die Produktauswahl gibt es bisher keine 6 Mio. Produkte zur Auswahl, sondern nur Produkte aus ca. 20 - 30 deutschen Shops - mit dabei OTTO, Quelle, bol, buecher.de, My Toys, Douglas und Dell. Ich habe mit etwas Mühe aber trotzdem einige meiner Lieblingsprodukte gefunden und diese in meinen Shop eingefügt - also alles echte Empfehlungen.
Man kann zusätzlich Module wie z.B. Google AdSense und Google Analytics einfügen und den Shop auch auf einer eigenen Domain platzieren.
Die unterschiedlichen Layoutanpassungen habe ich noch nicht ausprobiert. Auch das hier eingefügte Widget lässt sich vom Layout her anpassen.

Hier mein Zlio-Shop und hier das Widget:








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